Nicoffeine gibt es schon seit 7 -Jahren, in denen der Gitarrist und einzige Überlebende Soheyl einen sehr organischen Sound entwickelt hat - langgestreckte. ver-zerrte Echo-Parts, Fluge durch Sphären und Galaxien um dort auf irgendwelchen abgelegenen funkelnden Sternen Schiffbrüchige diverser Raubzuge des großen allen Rock'n'Roll-Sagelschiffes Pink Floyd aufzugabeln, mit Resten des Orchesters noch mal Das Sonnenlicht flimmem zu lassen "Am Ende dieses Songs möchte ich dann nur mit meinen Gitarreneffekten herumspielen und Signale übereinander lagern. Aber später soll die Band einsetzen. Was naben wir den noch an Instrumenten da?" Aufgrund der Banderfahrung greifen immer zielsicher zum richtigen Klang und t, um einen spannenden Rock-Tanz-und-Hörspiel-ZirKus aufzuführen. Eins CD zum ruhigen Wegtreten und Abseilen in der eigenen Seele. Nicoffeine sind den scheinbar kurzen Schritt ins Pink-Floyd-gegangen, schnell ins Jetzt zurückge-hüpft und verknüpfen ihre Ideen so gekonnt zu etwas mehr als einer Stunde Streifztug durch die Rockgeschichte , als hätten 30 Jahre wirklich nichts anderes als Musik gemacht und gehört. Eine tolle Geschichte. Lasst sie eucn im Sommer live erzählen
C. Anders
Schon längere Zeit warte ich auf eine Platten firma, die sie sich endlich des verwaisten Feldes des Noisecores annimmt, das früher einmal von einem renommierten Label wie AMPHETAMINE REPTLE besetzt wurde. Hier bietet sich ein durchaus lohnendes Betätigungsfeld. Mit dem melodischen und unseren Erwartungen nicht entsprechenden Hardcore, mit dem wir in letzter Zeit des öfteren von BLUNOISE zugeschmissen wurden (eine Ausnahme sind RINDERWAHNSINN, eine andere die von der Boulevardpresse gnadenlos zerrissenen (LUDE), können NICOFFEINE nicht in Verbindung gebracht werden. Es kommt nicht häufig vor, dass eine Band, deren Domäne wuchtige Gitarrensounds sind, mit einem Ambientstück beginnt. Das nach dem Opener dargebotene Material kreist nicht um den Angelpunkt einer alles in den Mittelpunkt stellenden Aggressivität, an der sich der Zuhörer oftmals schnell abarbeitet; die ausufernden und teilweise in ihrer Struktur offen angelegten Stücke assoziieren spielerisch Soundlandschaften, in die man sich bei allem Krach entspannt fallen lassen kann. NICOFFEINE sollten nur der Anfang einer Veröffentlichungspolitik sein, die dem Namen NOISE, den man ja schließlich rogrammatisch im Label trägt, auch umsetzt.
Thomas
Nicoffeine is een mix van nicotine en cafeine, die vele mensen dagelijks tot zich nemen als ze even van hun werkpiek een bakkie doen. De band die onder deze naam van zich laat spreken is een niet zo'n alle-daagse mix. Zo opent hun cd met Nea, een vreemdsoortig langgerekte spacescape met gesproken tekst. Net als je meedrijft wordt je in je gezicht geslagen door Masturbation A.D.. wat puur noise gericht is, maar dan met zeer unheimisch ka- rakter. Zo geeft Volume, l met zijn vele vervorming, echo en zwaar dronkenachtig gitaargeluid je het ideel" dat je langzaam misselijk aan het worden bent. Golfbewegingen vanuit het middenrif.Kotier en overzichtelijker zijn Happeelee en Swearword: pure noise-terreur. Met nummers van dik acht minuten echter, blijkt dat de noise vaak lang wordt uitgesponnen en toch weer de space kant op gaat, die je in het extreme Make It Better... van 22 minuten uiteindelijk wat ambivalent achter laat.
Jeroen Beynon
NICOFFEINE - 'Beware The Ides Of August/Supercharger Nr. 6' CD aus dem Hause Blu Noise. Nicoffeine spielen schwer-destruktiven Noiserock der nicht in der Nähe von Suizidgefährdeten abgespielt werden sollte. Düstere Soundwände ä la Neurosis/Unsane, Screamogesang und ein latenter Converge-HC-Metal Einschlag machen diese CD zu einer Herausforderung für meine Melodie verwöhnten Ohren.
Nicht gerade Leichtverdauliches muten uns die deutschen Nicoffe-ine mit ihrem aktuellen Material zu. Psychotischster Noise - struk-turverzerrt und subversiv. Teils wü-tend, teils melancholisch wird der Konsument geradewegs in eine seltsam interessante Eigendimen-sion befördert. Wenn er will bzw. es aushält. Nlcoffeine polarisieren und bieten absolute Spezialware im Noise-Geschaft. Großartig für den einen, grauenhaft für den an-deren.
CHARLIE DIMEL
Genau so muß Noiserock klingen o verschachtelt, verschwommen und. wie der Name schon sagt. Laut! NICOFFEINE hie-ßen früher MIDIAN, sind inzwischen zu viert, rollen da aber einen Brocken an Sound vor sich he, der es wahrlich in sich hat! Die acht Stücke ihres neuen Albums brillieren durch lange, spacig verzerrten Gesang, schwerstes Gitarrenbrett und viel Hall und Raum. Eigenwillig kantige Songstrukturen. hier und da, aufblitzende Melodiebögen. die im nächsten Moment schon wieder von einer Dampfwalze überfahren werden und eine fette Produktion, immer nah am Rand des Übersteuerns - alles in allem eine richtig gute Platte, dir allerdings nicht gerade zur Kaufhausbeschallung geeignet ist. Sound zum drin aufgehen oder zum mit ihm untergehen!
Frank Nice (66:18)(8)
Hinter dem mehr als coolen Bandnamen verbirgt sich eine Band, die vom Stilistischen her gesehen, kein besseres Label hätte finden können: Blu Noise. Denn Nicoffeine sind Noisy. Genauso, wie man sich eine Noise-Band immer vorstellt: Krachig, intensiv & zäh. Dunkle Aufbauten, die einem dichten Dickicht an atmosphärischen Elementen gleichkommen und sich teilweise über lange Distanzen ziehen, ohne dabei langweilig zu werden. Doch nicht nur der Noise hält Einzug im Hause Nicoffeine - Auch der Schönheit des Grauens wird eine Chance gegeben. Nachzuhören im genialen "Volume", welches sich durch 9 Minuten wütet und dabei allerei Arten der Zerstörung zum Zug kommen lässt. Das es auch schneller geht, zeigen wiederrum kurze Songs wie "Swearword" oder "Happeelee" (so würden Helmet heute vielleicht klingen, wenn sie sich den etwas nosigeren Gefilden in Richtung Unsane zugewandt hätten), die wütend und teilweise fast schon progressiv unter der Hörerschaft aufräumen. "Winternet", das Wortspiel ist vielleicht sogar ein wenig bezeichnend für die Atmosphäre der CD - das kalte, organische auf der einen Seite, das etwas geborgenere moderne, maschinelle auf der anderen Seite, braucht allerdings wieder 9 Minuten, um sich in den Gehörgängen zu verheddern. Verheddern ist vielleichgt zu schwach, eher festkrallen, vielleicht sogar ein wenig schmerzhaft. Nach rund 5 Minuten ragt allerdings wieder der Phoenix aus der Asche - die wasserspendende Oase inmitten eines Endzeitszenarios erster Güte. Und schon macht sich im Herzen wieder eine gewisse Wärme bemerkbar, die man vielleicht als Zeichen deuten sollte: Maschinen sind auch nur Menschen. Nach kurzer Auslebung der vertonten Wärme steigert sich der Song in einen wahren Orkan irgendwo zwischen Neurosis und Atari Teenage Riot. Undurchsichtiger präsentiert sich der Opener "Nea" zu dem auch ein Video gedreht wird. Der Song stellt eher eine Art Kollage da, die sozusagen der Platte den "Sprung Ins Kalte Wasser"-Effekt verleiht. Hat man sich von an "Nea" durch die Platte gearbeitet und die bereits erwähnten Stationen abgehandelt hat, gilt es den Rausschmeißer "Make It Better..." zu verdauen. Ein 22-Minütiger Berg eines Songs, der bei Windstärke 8 zu Verletztungen im Bereich der Ohren beitragen kann. In der Apotheke auf Rezept bekommt ihr diese CD wohl kaum, den Vermerk "Auf eigene Gefahr" bringe ich trotzdem an.
Autor: [Kervorkian]
"nea" eröffnet das aktuelle album von NICOFFEINE auf gewohnt-ungewöhnliche art. fast mantra-artig werden wortfetzen wiederholt und der überlange song bläht sich zu einem atmosphärischen klangwall auf, der schwer bis gar nicht in worte zu fassen ist. ich bin gespannt, wie soheyl nassary und seine kollegen diesen in dem geplanten videoclip audiovisuell umsetzen werden. auch die anderen sieben songs auf diesem longplayer brechen wie selbstverständlich mit gängigen hörgewohnheiten. das material erinnert in seiner konsequenz an NEUROSIS, neuzugang und "bald-mitglied" rotorboy erweitert das klangspektrum aber um einige (elektronische) akzente. zudem darf bei NICOFFEINE auch gerockt werden, wenn auch in verschlüsselter form und fernab regulärer songstrukturen. irgendwie - und diese feststellung vermag ich leider weder zu begründen noch zu erklären - hat die musik auf "beware.../supercharger" etwas unheimlich entspannendes. vielleicht kapituliert mein gehirn aufgrund von soundtechnischer übersättigung auch einfach. NICOFFEINE tun mir jedenfalls nicht weh, sondern gut. und das 22-minütige "make it better" ist eine paradoxon. besser geht's nämlich nicht.
Puh, harter Tobak, was uns Nicoffeine da auf den Gabentisch legen. Schon der Opener Nea nimmt seine Aufgabe als Konterpart jeglichen Kommerzes wirklich ernst. Die gesampelte Stimme von Bandmitglied Rotorboy - als würde sie aus dem Jenseits kommen - lullt den Hörer durch notorische Langsamkeit und Monotonie ein, bevor das einsetzende Schlagzeug und weitere Samples die Atmosphäre auf den Höhepunkt einer Beklemmung treiben, wie ich sie selten erleben musste. Etwas Nea-ähnliches geht wohl im Kopf eines psychopathischen Massenmörder vor; fünf Minuten vor der Tat. Masturbation a.d., der zweite Song, bricht dann mit Dissonanz, Hass aber auch in Hilflosigkeit winselnd über mich herein, dass mir das Blut in den Adern gefriert. Sehr intensiv, zweifellos; wird dem, was man sich unter einem Song vorstellt, jedoch zu keiner Sekunde gerecht. Mehr in der Tradition von Neurosis, ganz leicht Killing Joke streifend, ohne deren metallische Komponente zu integrieren, widmen sich Nicoffeine der Zerstörung - und zwar komplette acht Songs in Folge. Was am Anfang den Reiz eines ungewöhnlichen Intros inne hatte, fängt spätestens ab dem dritten Titel gewaltig an zu nerven. Immer eigenbrödlerischer werdend, verschwindet die Band in ihrem eigenen Klang-Kosmos und trifft dabei über kurz oder lang meine Nerven wie ein Shrapnel-Geschoss seinen direkten Umkreis. Anders gesagt. Ein ähnlicher Effekt wie bei den Elektronik-Bastlern Mouse on Mars stellt sich auch hier beim Hören ein. Ich ließ die Platte im peripheren Hintergrund laufen, schenkte ihr irgendwann keine Aufmerksamkeit mehr und plötzlich geht mir unterschwellig irgend etwas tierisch auf den Sack. Besonders kaputten Gestalten mag Nicoffeine etwas geben, ich bin mittlerweile zu alt, mir den Tag durch so etwas kaputt machen zu lassen. Um mit den Worten meiner Oma zu sprechen: "Das ist fiesester (Indie-Noise)-Krach!" P.S.: Die vergebenen Punkte sind hauptsächlich wegen des gelungenen Covers - und zwar nicht wegen der Titten darauf! (JK)
Anspieltips: Die Erste Minute Von "Winternet"
Kennt von Euch noch einer die lustigen Tiere aus dem Mutantenzoo des MAD Magazins? Es gab äußerst witzige Gattungs-Kreuzungen dort. Den Pu-del-phin zum Beispiel, einen Köter mit Schwanzflosse. Oder den Schimpan-see-hund, einen Bananen essenden Meeressäuger. Nicoffeine ist auch ein solcher Fall einer seltsamen Kreuzung: Nico, das nackte Mädel auf dem Cover, liebt Koffein. Soweit klar. Warum die Gute aber auf allen Bildern schwarz raucht und nicht schwarz trinkt, bleibt mir ein Rätsel. Wie die Musik, denn die ist sperrig, unzugänglich, zeitvegeudend und mit seiner epochalen Ausuferung ein sehr rares Biest, hierzulande. Alleine der Albumtitel macht deutlich, daß Popstars eine andere Liga ist. "Nea", ein athmosphärisches Soundmonster, das sich erst nach einigen Minuten langsam dazu bequemt Stellung zu beziehen und sich als Song zu outen. Das Info-Statement, es werde zu dieser Nummer ein TV-Video geben klingt, nun, nunja... Obwohl im Laufe der seit 1995 verstrichenen Zeit mit Soheyl Nassary nur noch ein Gründungsmitglied den Trip der Band überstanden hat, wirkt Nicoffeine selbst in ausufernden, 8-minütigen Weltreisen wie ein homogen geschlossener Haufen Querdenker, der seine unzuordbaren Frickeleien stolz Musik nennt. Ich fühle mich erinnert an Fantomas. Nicht musikalisch: Nicoffein auf ihre Art destruktiv, aber nicht über Lärm und brachiale Kraft sondern wegen des künstlerischen Backgrounds: Mike Patton würde mit ebensoeinem Steifen im Studio sitzen wie Noise-Guru Guido Lucas bei den Aufnahmen zu "beware the ides of august/supercharger no. six" und über die abgefickte Gelassenheit der Band staunen, während alle Welt sich die Haare rauft. Die Abkehr vom Pop hat einen neuen Namen.
von: Mirko Gläser geschrieben am: 27.07.2002
Ausnahmsweise mal keine schwere Noiserock-Kost aus dem Hauses blu Noise. Dafür aber gibt's hier völlig abgedrehten Space-Sound von Nicoffeine. Alles ist permanent am Wabbern und Schweben. Im Hintergrund scheppert freejazzmäßig ein Schlagzeug, vor ihm. in diversen Reihen, Spuren und Umlaufbahnen, komplett verechote und verzerrte Gitarren, Stimmen. Orgeln und Soundeffekte. Acht Songs wie ein einziger Trip! Eine psychedelische Soundorgie in die Tiefen deines Gehirns geschickt Gitarrenspuren durch einen Berg LSD-Trips gejagt. Manchmal Monster Magnet in ihren besten Tager voll auf Dope. Der Flansher ist der Band bester Freund, es wird geloopt was das Zeug hält. Dann aber kommen Nicoffeine auch wieder verspielt, verträumt, fast zart. Ich würde niemand, der ein bisschen vom verbotenen Kuchen genascht hat. empfehlen, gleichzeitig diese Platte zu konsumieren. Könnte zum Kollabieren führen. Das hier ist völlig kranker Psychedelic-Pillen-Rock. der dich irre macht. Wer aber immer schon mal Hören wollte, wie es in Ozzys Kopf so klingt und scheppert, der kaufe sich diese Platte hier, (blu Noise records]
Vorsicht, NICOFFEINE sind ganz bestimmt nichts für psychisch labile Personen. Genauso wenig wie Zigaretten und starker Kaffee, und von daher darf man den Bandnamen durchaus als Warnung verstehen. Denn NICOFFEINE zelebrieren ziemlich dunklen, depressiven und vor allem lärmigen Rock, bei dem die Melodien hinter einem gewaltig hohen Soundwall versteckt sind und meist auch bleiben. Nimm den Geschrei und die düstere Melancholie von NEUROSIS, und paare sie mit der Ausdauer und Tiefe der SONS OF OTIS und der Punkattitüde UNSANEs, und Du gelangst ungefähr an die Klangattitüde der fünf Koblenzer heran. Als ich mir die CD zum ersten Mal anhören wollte, ging es mir ähnlich wie mit der "Jane doe" von CONVERGE und ich musste das Ding nach drei Liedern aus meinem CD-Player entfernen, weil es mich dermaßen anstrengte. Wenn man es allerdings wagt, sich der Musik näher hinzugeben, offenbart sich einem in der Düsternis auch eine gewisse Schönheit, die Gitarren- und Schlagzeugwände erscheinen plötzlich notwendig und der verzerrte Gesang und Geschrei wie eine Art Erlösung. So kamen mir zum Ende des letzten Stückes auch ein wenig GODSPEED YOU BLACK EMPEROR in den Sinn, denn nach sechs Minuten Weltuntergangsstimmung folgen für eine weitere Viertelstunde (!) eigentlich nur noch Gitarrenfragmente und diverse andere fremde Klänge, die zwar weiterhin düster anmuten aber gleichzeitig eine unglaubliche Ruhe und Langsamkeit ausstrahlen. Seltsame, anstrengende, aber irgendwie auch schöne Musik.
7/10 (Jens Gerdes)
Den Abschluss bildet heute nach längerem eine neue Veröffentlichung auf dem Hauslabel bluNoise-Records. Für "Beware The Ides Of August/ Supercharger No. 6" sollte man allerdings Zeit und Nerven mitbringen, denn die acht Songs auf dem neuen Album von Nicoffeine machen nicht nur Krach am Rand der Schmerzgrenze, sondern bringen es auch auf schlappe 66 Minuten! Wer dranbleibt (allein der Opener dauert acht Minuten), stößt auf faszinierende laut/ leise-Breaks und immer tiefer gehende Klangschichten. Geheimtipp. Friedrich Reip