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ULME
TITEL: »RE-FUSE ME« TITEL: »GREEN GROWING SOUL«
REVIEWS | TITEL: »GREEN GROWING SOUL«
[www.rocknrollarmy.de]

Ulme veröffentlichen mit der EP The Glowing nach über 6 Jahren eine Platte, die sich vor den Größen des Genres nicht verstecken braucht. Die Band hatte sich im August 1999 bereits getrennt. Ein Neuanfang nach über 6 jahren war natürlich auch eine Herausforderung für die Band. Die 4 Songs zeigen , dass Ulme es geschafft haben ihren Sound nach der Wiedervereinigung zu finden. Früher oft verglichen mit Neurosis, Unsane oder den Melvins haben Ulme jetzt einen eigeneren Stil, der sich aber natürlich immer noch an den 70ern orientiert. Die Band bietet hier gutes Songwriting mit brachialem Noiserock, 4 Songs voller Wucht und positiver Energie . Bereits der erste Song The Glowing bekehrt jeden, der noch Zweifel hat. Mit 5:58 ist The Glowing der längste und gleichzeitig der beste Song auf der EP. Erstaunlich welche Energie Ulme nach über 6 jahren umsetzen können. Auch die nächsten 3 Songs können überzeugen. Besondes der 3. Song Azrael gefällt und schlägt eine härtere Gangart ein. Das Geschrei von Sänger Arne sorgt für die richtige Stimmung des Songs. Was Ulme mit dieser EP abliefern kann überzeugen und man darf gespannt sein, was noch so von der Band zu erwarten ist. Ich hoffe das Album lässt nicht zulange auf sich warten. Alle Freunde des Noiserock sollten unbedingt mal in The Glowing reinhören.
www.rocknrollarmy.de / Thomas / 02.06.06

01-02-2008
[www.alternativenation.de]

Nach sieben ruhigen Jahren toben die Instrumente wieder und quälende Gedanken brüllen aus The Glowing, dem ersten Ulme-Tonträger dieses Jahrtausends. Da hat sich wohl viel Frust angestaut, in den letzten Jahren. Denn diese neuen Stücke klagen die deprimierende Alltagswirklichkeit an und schimpfen auf Monotonie, Sinn- und Freudlosigkeit. Mangelnde Intensität treibt Ulme fast in den Wahnsinn, auf halbem Weg in den Suff. Doch Alkohol ist keine dauerhafte Lösung. Wirklich helfen kann nur das Entfachen des alten, unbenannten Feuers. Zündung: The Glowing. Verzerrung, Schreie, wuchtig donnerndes Schlagzeug, so versuchen sich Ulme wieder als Fackelträger. Sehnsüchtiges Flackern vermittelt das zwischenzeitlich emporkommende Mellotron. Für Nettigkeit allerdings ist es noch zu früh. Da die Flamme nun wieder brennt, muss sie weiterhin lodern. Dem Zorn schaffen die drei Lärmer eine solide malmende Grundlage, die bisweilen an Soundgardens frühere Heavyness-Walzen erinnert. Neue Kraft bescheren alte Tugenden. Noise Rock ist und hält am Leben.(7/10)
www.alternativenation.de / Tobias Stalling / 06.07.06

01-02-2008
[www.tinnitus-mag.de]

"Jetzt aber!" Ja, es wurde tatsächlich Zeit. Sieben Jahre ist es her, als ULMe mit ihrem grandiosen dritten Album "Green Growing Soul ... in the Gala of Love" von der Bühne verschwanden. Im Sommer 2005 machten erste Gerüchte die Runde, dass eine Reunion anstünde. Nach einem Jahr des Wartens gibt's nun endlich wieder neues Material von den starken Männern. Und es wird sofort klar, warum sie sich soviel Zeit gelassen haben - sie wollten keine halben Sachen machen. Kein eilends auf den Markt geschmissenes Produkt, das Lust auf Mehr machen soll. Nein, sie finden sich und definieren sich neu auf dieser 4-Track-EP. Wer daran Zweifel hatte, sieht sie schon mit dem Anblick des wirklich gelungenen Artwork im schicken Digipak weggewischt - das ist pures Understatement. Während das allerdings eh eine Konstante in der Bandgeschichte darstellt, gibt es anno 2006 natürlich auch Neuerungen. Am augenscheinlichsten ist eine personelle Änderung, am Bass steht nun Tim Liedtke, der mal bei den befreundeten Sissies spielte. Außerdem sind Heesch' Lyrics heller, freundlicher geworden, und seine Sprache sehr naturalistisch, was sich am deutlichsten im Titelstück niederschlägt: "There are bumblebees in the lavender/on the balcony of my appartement/red wine in my veins/the golden eye enlightens me ...". Die alte Wut ist jedoch nicht abhanden gekommen, immer noch schreit und würgt Heesch Zeilen heraus wie Dämonen. Dazu kommt dieser durchdringende, äußerst satte Gitarrensound aus Doom und Noise, und das gnadenlos malträtierte Schlagzeug. Unverkennbar ULMe. Aber unter all dem Krach glänzen auch subtile Komponente - ein Mellotron oder eine Spur Akustikgitarre, die den Song auch allein tragen könnte. Auch wenn es natürlich müßig ist - man kann konstatieren dass die 4 Songs dem Vergleich mit dem restlichen Backkatalog locker standhalten. ULMe sind wieder da, und das mit einer Selbstverständlichkeit, die überrascht. Und die die Gewissheit hinterlässt: Da wird noch mehr Großes kommen.
www.tinnitus-mag.de / Christian Bartlau / 04.07.06

01-02-2008
[www.crazewire.de]

Man nimmt den Mund nicht zu voll, wenn man der Band Ulme einen Legendenstatus beimisst. Mit der Fortsetzung der Legende war es im Jahre 1999 erst einmal vorbei. Ein Lagerkoller bedingt durch Studioaufnahmen und Tour waren der Grund für die Tourabsage und die spätere Auflösung. Vermittlungsversuche seitens des Labels und Bittschreiben der Fans waren kein Heilmittel für die Band und deren Fortbestehen. Fünf Jahre später melden sich Ulme mit The Glowing_ zurück. Der Titel ist nach solch einer Rückkehr kein Zufall. Durch die Neubesetzung am Bass mit Tim Liedtke entstand nach eigener Aussage kein neuer Ulme-Sound, sondern wurde dieser vielmehr durch den neuen Mann inspiriert und klingt nun deutlich positiver. Trotz der langen Trennung ist es tatsächlich gelungen, den alten Weg neu zu beschreiten. Ulme standen und stehen für an den 70ern orientierten Noiserock. Der Titeltrack The Glowing_ der EP übernimmt die Eröffnung. Es ist ein Aufatmen für all diejenigen, die sich Sorgen gemacht haben, dass Ulme sich verändert haben könnten. Mit Kraft und brachialen Gitarren wird die Einleitung für den zurückgenommenen Vers bereitet, man verliert sich in noisigen Soli. Bei Underground Beauties_ trifft atmosphärischer Background auf die hinausgeschrienen Zeilen: I don`t belong here until I find a center in it_. Krach? Mit Dramatik überladen? Ja vielleicht! Jedoch sind dies die Momente, die Ulme schon in ihrer Vergangenheit auszeichneten. Die Produktion bringt diese charakterlichen Facetten sehr prägnant zum Vorschein. Kein Wunder, verließ man sich doch auf den hauseigenen Blunoise-Produzenten Guido Lucas. Die schon in den beiden ersten Liedern vermittelte Kraft erfährt bei Azrael_ ihren Höhepunkt. Den Abschluss der EP macht Feeding The Flame_ mit der Aufforderung keep your fire burning!_. Selbiges kann auch nur für Ulme gelten. Die 4 Songs sind sicherlich eine gute Rückmeldung. Das Verlangen nach Mehr dürfte aber relativ schnell laut werden. (7/10)
www.crazewire.de / Jens T. Saatkamp / 02.07.06

01-02-2008
[Visions]

Bis Ende der 90er Jahre waren ULME Deutschlands fesselndste Noiserocker, da keiner anderen Band eine so eigenständige Symbiose aus Lärm, Dramatik und großer (Gesangs-) Geste gelang. "The Glowing" ist eine starke Rückkehr. Riffs wie gröbste Furchen, ein Groove aus tiefsten Tiefen und eine klangliche Intensität, wie sie sonst nur Neurosis oder Volt hinbekommen. Unbehagen, Angst, Existentialismus. Neu ist: Arne Heesch hat die Täler durchschritten und die Möglichkeit einer inneren Mitte entdeckt. Der Titelsong zeugt davon und berührt unendlich, da ein Licht besonders scheint, wenn es vorher dunkel war. Ein Jahrhundertsong.
Visions / Oliver Uschmann / Nr.160 Juli 2006

01-02-2008
[Spex]

(...) Was da hilft? Zum Beispiel krachiger Noisepop, wie ihn zum Beispiel ULME auf ihrer EP "The Glowing" praktizieren. Das eine Band sieben Jahre nach ihrer letzten Wortmeldung etwas so Gutes zustande bringt, ist so selten, dass man fast auf eine neue Welle großartiger Blunoise-Platten hoffen möchte.
Spex / Jan Niklas Jansen / Nr.300 Juli 2006

01-02-2008
[Westzeit]

Düster, das Äußere von Ulme`s erstem musikalischem Lebenszeichen seit sieben Jahren. Weite Äste, lange Schatten zieren diese EP. Aber wenn man genauer hinsieht: Wo ein Schatten, da ist auch Sonne. Ah, und der Titel! "The Glowing" strahlt, wie sein Cover, eine irgendwie bekannte und dennoch besondere Brachialität aus. Klingen drei junge Männer aus dem Norden wegen oder trotz der langjährigen Trennung so wütend und aufgewühlt? Scheißegal, denn was Besseres hatte Deutschland an progressiver Noise-Wumme noch nie zu bieten. Künstlerisch wie Tool, aber greifbarer. Aggressive und konfrontative Lyrics, nah am Abgrund und wie immer würdig von Guido Lucas produziert _ hoffentlich bald auch eine ganze LP. So amerikanisch (der Druck) und so skandinavisch (der Post-Rock) konnte Deutschland klingen und klingt wieder. Ob Mike Patton das schon gehört hat?
Westzeit / Fabian Soethof / Nr. 07/2006

01-02-2008
[Intro]

Was für ein gemeiner, in sich zerrissener Bastard. Nach einer Phase des dunklen, an der Welt leidenden und sich verzehrenden Hardcores und sechs Jahren Pause hat sich die Band nun wie Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Schlamm gezogen. Und schlammig klingt auch das, was sie nach ihrer Metamorphose präsentieren: brachialen, fett abgemischten Post-Emo-Kick-Ass-Rock-Core. Früher Danzig statt Neurosis, alle Spuren mit Pathos zugeklatscht. Die Gitarren übersetzen Black Sabbath ins Existenzialistische, die S/W-Aufnahmen von öden Landschaften im Booklet unterstreichen, dass es hier um elementare Dinge geht. Das wiederum war ja für Hardcore immer schon typisch hat es zum Beispiel je größere Romantiker als Fugazi gegeben? und macht(e) seine Nähe zum Dark Wave aus, mit dem Unterschied allerdings, politisch auf der richtigen Seite zu stehen. Trotz allen Testosterons, das seinen Weg in diese Aufnahmen gefunden hat nur vier Tracks, ein eher tastender Neuanfang , bleibt für Ulme daher auch heute noch der alte Sympathie-Bonus: Obwohl die Band Schweinerock nur so krachen lässt, hört man ihr die Suche an, die Infragestellung von allem inklusive ihrer selbst, das Zerrende, Zersetzende, das am Ende dann doch nie in der männlich souveränen Pose erstarrt.
Intro / intro.de / Martin Büsser / Nr.140 Juli 2006

01-02-2008
[Slam (AUS)]

Jubel, Freude, Heiterkeit _ es gibt sie wieder! Die Gebrüder Arne und Jan-Eric Hesch haben sich zusammengerauft und ihre großartige Band ULME reanimiert. Nach dem famosen "Green Growing Soul" 1999 ging es nicht mehr weiter, man hatte sich auseinander gelebt; Ulme waren nicht mehr. "The Glowing" zeigt nun eindrucksvoll, wie groß der Verlust für die deutsche Musiklandschaft eigentlich war, nach dem jetzigen Stand der Dinge eben gewesen wäre. Absolut eigenständig und packend zelebrieren die Hesch-Brüder sowie der neue Bassist Tim Liedtke abermals ihre Form des anspruchsvollen Noiserock, der aber bei ULME einer anderen Bedeutung zugeführt wird, eine Neudefinition erfährt. Musik erfüllt hier wieder ihre ureigenste Funktion, sie berührt, schmerzt, euphorisiert gleichzeitig. Die einzigartige Stimme von Arne Hesch tutu ihr Übriges, so dass sämtliche Vergleiche sich sowieso per se erübrigen. Treffender als mit "The Glowing" hätten ULME ihr Comeback nicht betiteln können. Es glüht, funkelt und lodert, wärmt von innen. Schön, euch wieder zu habe (9/10)
Slam (AUS) / Christoph Komjati / Nr.26 / Juli-August 2006

01-02-2008
[All My Music (AMM) Magazin]

Völlig überraschend flatterte uns diese EP der deutschen Indierocker Ulme auf den Tisch. Produziert wurden die vier Songs natürlich von Band-Intimus Guido Lucas. Wenn man jetzt einen wütenden, dröhnenden und packenden Song wie "Ungrounded Beauties" hört, weiß man auch wieder, was man schon vor Jahren an Ulme zu schätzen wusste. Hoffentlich folgt auf diese EP bald ein weiteres Album.
All My Music (AMM) Magazin / Kai Florian Becker / Ausgabe Juli 2006

01-02-2008
[www.rocknrollarmy.de]

Ulme veröffentlichen mit der EP The Glowing nach über 6 Jahren eine Platte, die sich vor den Größen des Genres nicht verstecken braucht. Die Band hatte sich im August 1999 bereits getrennt. Ein Neuanfang nach über 6 jahren war natürlich auch eine Herausforderung für die Band. Die 4 Songs zeigen , dass Ulme es geschafft haben ihren Sound nach der Wiedervereinigung zu finden. Früher oft verglichen mit Neurosis, Unsane oder den Melvins haben Ulme jetzt einen eigeneren Stil, der sich aber natürlich immer noch an den 70ern orientiert. Die Band bietet hier gutes Songwriting mit brachialem Noiserock, 4 Songs voller Wucht und positiver Energie . Bereits der erste Song The Glowing bekehrt jeden, der noch Zweifel hat. Mit 5:58 ist The Glowing der längste und gleichzeitig der beste Song auf der EP. Erstaunlich welche Energie Ulme nach über 6 jahren umsetzen können. Auch die nächsten 3 Songs können überzeugen. Besondes der 3. Song Azrael gefällt und schlägt eine härtere Gangart ein. Das Geschrei von Sänger Arne sorgt für die richtige Stimmung des Songs. Was Ulme mit dieser EP abliefern kann überzeugen und man darf gespannt sein, was noch so von der Band zu erwarten ist. Ich hoffe das Album lässt nicht zulange auf sich warten. Alle Freunde des Noiserock sollten unbedingt mal in The Glowing reinhören.
www.rocknrollarmy.de / Thomas / 02.06.06

01-02-2008
[Stardust]

Sieben Jahre lang waren Ulme tot. 1999, bei der Release-Party zu ihrem dritten und letzten Album "Green Glowing Soul.In The Gala Of Love", überwarfen sich die Gebrüder Heesch und wurden sogar handgreiflich. Die Basis für die Band war dahin, doch immerhin hatte sich das Trio zusammen mit (blu)Noise-Papst Guido Lucas seinen Platz in der deutschen Krach-Historie gesichert. Doch die Zeit heilt wenn schon nicht alle, dann doch zumindest viele Wunden, denn letztes Jahr wurde nach langer Funkstille das Kriegsbeil überraschend begraben und die Entscheidung gefällt, Ulme wieder aufleben zu lassen. Mit leicht verändertem Line-Up - Ex-Sissies Basser Tim Liedtke übernimmt den Posten des mittlerweile ins konventionelle Berufsleben eingetauchten Gunnar Heesch - aber wieder unter der Regie von Guido Lucas, markiert nun die 4-Track-EP "The Glowing" das erste Lebenszeichen seit langer Zeit. Der Titeltrack ist ein ebenso manisches wie melodisches Rock-Epos, der darauf folgende Noise-Brocken "Ungrounded Beauties" fast noch besser. Die brachiale Härte des wütenden Nackenbrechers "Azrael" zieht dann förmlich Schuhe aus, bevor das abschließende "Feeding The Flame" gekonnt die Melodik der Queens Of The Stone Age mit typischen Noise-Trademarks paart. "The Glowing" ist ein mehr als vielversprechender Ausblick auf den hoffentlich noch in diesem Jahr erscheinenden neuen Longplayer. Ulme haben kaum Staub angesetzt und beweisen mit diesen vier Songs, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören.
Stardust / Patrick Agis-Garcin / Nr.2 August 2006

01-02-2008
[VISIONS]

Ulme sind nicht mehr. Dies ist ihr Vermächtnis. Das Vermächtnis einer Band, die ihr eigenes kleines Universum geschaffen hat, dem man sich - hat man sich einmal darauf eingelassen - nie mehr entziehen kann. Hört man die Melodiebögen, Riffs und Breaks, den Gitarrensound und das gesamte Songwriting auf Green Growing Soul..., beginnt man zu glauben, dass sowas wie der typische Ulme-Sound eines Tages Referenz-Qualitäten haben wird. Unverwechselbar. Individuell. Ulme sind Musik zwischen Neurosis und Stoner Rock, von der anderen Seite des Lebens, die die meisten lieber nicht sehen wollen. Die Texte sind wie flüchtige Eindrücke, Besorgnis erregende Andeutungen oder halbvergessene Ängste - sie hinterlassen nichts als das Gefühl, das nichts in Ordnung ist. Doch dabei ist ihre Brutalität nicht abstoßend, sondern umarmend. Eines ist sicher: Mit Ulme verlieren bluNoise und wir eine ganz große Band. Eine Band, die an Intensität, Atmosphäre, Merkwürdigkeit und Geist kaum zu toppen war. Musik, die in der Tiefe unserer kaputten Seelen wühlt und bei all ihrer psychotischen Dramatik doch ganz nah am Leben ist. Musik wie ein Wesen am Abgrund - zwischen schwerster Verzweiflung und wütender Energie, zwischen Existenzialismus und einem Sound, der dir den Arsch wegrockt. Leider nie mehr live. Danke, dass es euch gab.

Autor: Oliver Uschmann

01-02-2008
[Der Wahrschauer 11/95]

ULME setzen auf oberfetten, monstermäßigen 70er Hardrock mit einer gehörigen Portion Krach, dass es einem das Hirn wegglüht. Pathos oder Mätzchen haben hier keinen Platz. Erstklassig.

01-02-2008
[VISIONS Nr.55]

Nach langer Zeit sehe ich mich dazu gezwungen mit Superlativen um mich zu werfen. ULMe sind eine der ganz wenigen originellen Bands: ein wütender Mob aus Unsane und EyeHateGod Rotz-Noise-Rock mit schlabberigen Kyuss-Riffs und einem verdammt guten Sänger, der nicht nur ähnlich schön und dramatisch mit viel Tremolo trällern kann wie Tools Maynard bzw. Glen Danzig, sondern auch kehlig kreischt wie Mike von EHG. Mal steht Arne Heeschs Stimme wie ein Fels in tosender Brandung, nur um im Moment darauf mit schriller Stimme einen schweren, quastigen Doom-Teppich zu zerreißen. ULMe machen Musik für Freunde des ästhetisch Häßlichen, für alle die, welche nie nur eine Seite im Kopf haben. Eine Fomel, die vom ständig zwischen meditativ-perkussiv und aufbrausend-krachig schwankenden "Stormchild" auf den Punkt gebracht wird. Überzeugend ist auch das aufwendige Coverartwork von Comic- und Fotographie-Künstler Stefan Dinter, das diesem keinesfalls aufdringlich intellektualisierten Album den optimalen optischen Reiz verleiht. Für ein breites Publikum sind sie sicherlich zu heftig und verquer, andererseits jedoch nicht viel weniger reizvoll als die erwähnten Bands.

Melanie Schmidt

01-02-2008
[Rock Hard 04/97]

Viele Noise-Rock-Bands verstehen Krach als Selbstzweck und benutzen ihn nur, um mangelndes Songwritingtalent zu kaschieren. Nicht so jedoch ULME, die - abgesehen von der unsinnigen, fast zehnminütigen Feedbackorgie Plexus- auch auf ihrem Zweitwerk komponistische Klasse und ein Händchen für die richtige Dosis Lärm unter Beweis stellen, wie z.B. Praecox, Underfeed und Moondreamer zeigen.Diese Song weisen nämlich nicht nur Groove, sondern auch eingängige Gesangslinien auf, ohne desegen gleich zu poppig zu sein und Tiefgang vermissen zu lassen. Neben diesen doomigen Noise-Rockern, die den grossteil des Materials ausmachen, haben ULME auch den Mut, leisere Töne anzuschlagen, beispielsweise in der mit Cello instrumentierten Halb-Ballade Stormchild, dem teils melancholischen Harvest man oder dem Piano-Outro Womb. Wer auf Bands wie Barmarket, Crowbar, Wool oder die frühen Nirvana steht, und sich deren Sound psychedelischer, krachiger und düsterer vorstellen kann, sollte unbedingt ein Date mit der Ordinary Diva klarmachen. von Marcus Schleutermann

01-02-2008